Neues Studium soll Wirtschaft revolutionieren

Ein neuer Lehrgang am Studienzentrum Saalfelden ermöglicht tiefe Einblicke in die Wirtschaft der Welt und zeigt eine Alternative zum bestehenden System, das Profit vor Ethik und Transparenz stellt, auf.

SAALFELDEN. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Burgenland entsteht im Herbst 2021 am Studienzentrum Saalfelden ein international einzigartiger Studiengang: der Master in Gemeinwohl-Ökonomie. "Ziel des Studiums ist zu vermitteln, was wirtschaftliches Schaffen sein kann und soll. Den Studierenden wird vermittelt, dass es gegenüber dem derzeitigen Wirtschaftssystem, das ganz klar Finanzen und Umsätze in den Vordergrund stellt, auch andere Möglichkeiten geboten werden. Mit dem Studiengang wird das Bewusstsein für ein ethisches Wirtschaften in die Köpfe der nächsten Generation an Führungskräften, Unternehmer und auch Arbeiter gesetzt", erklärt Wolfgang Schäffner, Geschäftsführer des Studienzentrums Saalfelden.

Wirtschaft überdenken

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie entstand schon in den 90er-Jahren und hat seitdem in aller Welt Zuspruch erhalten. Auch die österreichische Regierung hat die Werte erkannt. Dabei werden Punkte wie Ethik und Transparenz in einer Bilanz mit eingerechnet, um dann einen Vergleich mit anderen zu fördern. "In einer Studie wurden 206 Betriebe, die nach dem System der Gemeinwohl-Ökonomie wirtschaften, verglichen. Es ging hervor, dass keineswegs ein Widerspruch zwischen finanziellem und zwischenmenschlichem Profit eines Betriebes herrscht", sagt Christian Felber, Autor und Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie.

"Zusammen profitieren"

"Wir als Familienbetrieb leben das Thema Gemeinwohl-Ökonomie schon jahrelang", so Josef Sigl, Leiter der Trumer Brauerei. "Der persönliche und betriebliche Fortschritt kann nur gelingen, wenn man sich die richtigen Fragen stellt. Langfristig Werte-orientiert zu arbeiten, ist unser Ziel. Unternehmen sollten nicht nur nach dem Gewinn, sondern auch nach Ethik und Transparenz beurteilt werden – das muss die Zukunft sein und die Gemeinwohl-Ökonomie bieten den Ansatz für die künftigen Entwicklungen. Darum begrüße ich dieses Studium."

Beispiel in den USA

"Die Gemeinwohl-Bilanz sollte als Werkzeug dienen, um Betriebe, die nach diesem Ideal wirtschaften, zu belohnen. Im US-Amerikanischen Portland wird das schon so gemacht. Dort werden diese Bilanzen zu Hilfe gezogen. Betriebe, die nachhaltig und ethisch arbeiten, werden belohnt und andere werden in extremen Fällen mit einer 25-prozentigen Erhöhung der Gewinnsteuern 'bestraft'", weiß Christian Felber.

Breitgefächerte Möglichkeiten

"Unser Lehrgang ist auf nationaler Ebene bekannt und erntet Lob von höchster Stelle. Stipendien sollten den gut 13.000 Euro teueren Studiengang für die breite Masse erschwinglich machen. Wir versuchen mit dem Angebot alle möglichen Sparten anzusprechen: von Menschen aus Führungspositionen über Unternehmer bis hin zu Personen, die den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit formen und sich mit der Tradition in der Wirtschaft kritisch auseinandersetzen wollen", sagt Wolfgang Schäffner, Geschäftsführer des Studienzentrums Saalfelden, abschließend.

  Quelle: Zuerst erschienen in meinbezirk.at