Protestantismus und Kapitalismus und Unbarmherzigkeit
23
May
18:15
Museum Schloss Ritzen, Saalfelden
Protestantismus und Kapitalismus und Unbarmherzigkeit.
Ein sozialhistorischer Beitrag zum Reformationsjahr 2017
Prof. Dr. Thomas Sokoll

Durch die Finanzkrisen seit 2008 ist die zuvor im Taumel der Globalisierung und Deregulierung entstandene Illusion zerplatzt, der Markt an sich könne alles regeln, wenn er denn nur sich selbst überlassen werde. Seitdem steht das alte Thema einer politischen Ordnung des Marktsystems erneut auf der Tagesordnung. Dabei zeigt sich, dass die Überlegungen zum Verhältnis von Protestantismus und Kapitalismus, die Max Weber in seinem Essay über die ‚Protestantische Ethik‘ (1904/05) angerissen hat, nichts von ihrer Aktualität verloren haben – legen sie doch den Finger in die offene Wunde der Unbarmherzigkeit, die mit dem von Luther begründeten Konzept der „innerweltlichen Askese“ aufgerissen worden ist. Indem er diese Zusammenhänge aus der Perspektive der modernen Sozialgeschichte beleuchtet, versteht sich der Vortrag als Beitrag sowohl zur aktuellen ordnungspolitischen Debatte als auch zum Reformationsjubiläum 2017.